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Besuchsbericht Improvac-Impfung bei W.Hellmanns am 21.11.2019

Von Winnie Bürger

Am 21.11 waren wir - unsere Vorsitzende Monika Piasetzky und ich - auf den Hof von Herrn Hellmanns eingeladen. Herr Hellmanns setzt sich schon seit einigen Monaten für das Impfen als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ein und ist dementsprechend ein wichtiger Kontakt in unserem Projekt "Schwein ohne Pein".

In seinem Maststall fand heute bereits die 2.Impfung mit Improvac statt. Durchgeführt wurde sie von

Marie Saudhof und Melanie Häckel vom Zoetis-Impfteam. Für uns war es wichtig dabei zu sein, da die Befürworter anderer Kastrationsalternativen immer wieder Argumente ins Feld führen wie "Das ist mindestens so viel Stress für die Tiere, wie die anderen Methoden." oder "Bei der ersten Impfung mit 30 kg geht's ja noch, aber bei der zweiten wiegen die Eber gut 90 kg. Da gehe ich nicht einfach so durch die Gruppe, das ist lebensgefährlich!"

Zoetis behauptet das Gegenteil, also mussten wir mit eigenen Augen sehen, was denn nun Sache ist.

Beide jungen Frauen gingen ruhig und ganz selbstverständlich mit den Tieren um. Frau Saudhof und Herr Hellmanns lenkten die Eber mit Treibbrettern so, dass Frau Häckel die zu impfenden Tiere gut erreichen konnte. Bücken, Impfpistole (die einen aufwendigen Schutzmechanismus gegen Selbstinjektion hat) hinter dem Ohr ansetzen, abdrücken, das geimpfte Tier farbig markieren, und weiter zum nächsten. Natürlich machen sich manche Eber einen Spaß daraus, zu entwischen, aber letztlich wurden alle ohne großen Aufwand und vor allem ohne nennenswerte Aufregung in wenigen Minuten geimpft.  Keinerlei Anzeichen von Angst oder gar Panik. Neugierig und interessiert waren die intelligenten Tiere dagegen schon. Man hatte den Eindruck, dass sie die Impfung eher als spannende Abwechslung im ansonsten relativ reizarmen Mastschweinalltag ansehen.

Damit sind die o.g. Gegenargumente aus der Welt. Wenn man ruhig und unaufgeregt vorgeht ist die Impfung schnell, einfach und ausgesprochen stressarm zu erledigen. Kein Vergleich zu dem Stress, der den kleinen Ferkeln bei der Durchführung der Vollnarkose-Methoden zugefügt wird! Und was zwei junge, schlanke Frauen problemlos bewältigen, wird ein gestandener Landwirt ja wohl allemal erledigen können, ohne niedergetrampelt zu werden.

Also bleiben wir dabei: die Impfung ist methodisch und praktisch die bei weitem tierschutzgerechteste Alternative. Die Kosten sind mit insgesamt 4 € ausgesprochen günstig (umgelegt auf ein 110 kg schweres Mastschwein sind das Mehrkosten von lediglich 3,6 Cent pro Kilogramm). Die gesundheitliche Belastung der Tiere ist gering und absolut risikoarm.

Wir sind uns sicher: wenn die Eber wählen könnten, würden sie sich für die Impfung entscheiden!  

Deshalb setzen wir uns aus voller Überzeugung weiter dafür ein, dass sich die Impfung als unblutige  Methode gegen den Ebergeruch etablieren soll.

Zumal sich inzwischen auch die teilnehmenden Schlachtbetriebe ausgesprochen positiv zu der hervor­ragenden Fleischqualität geimpfter Eber äußern. Für Verbraucher also kein Grund, vor dem Fleisch geimpfter Tiere zurückzuschrecken.

Im Gegenteil: wer beim Fleischkauf ein gutes Gewissen haben möchte, weil er Tiere liebt, sollte sich freuen, dass es die Möglichkeit der Impfung gibt.

Wenn ich Fleisch essen würde, käme mir nur Fleisch von geimpften Tieren auf den Teller.

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