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Appell an Klöckner:

Keine Aufnahme von Pelztieren in das EU-Tierschutz-Referenzzentrum

Pressemeldung

18.03.2019

Der Deutsche Tierschutzbund fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, ihre Position zu überdenken und sich aktiv gegen die Aufnahme von Pelztieren in den Arbeitsbereich des geplanten EU-Tierschutz-Referenzzentrums auszusprechen. Die europäischen Agrarminister treffen sich heute zur Ratssitzung „Landwirtschaft und Fischerei“, um gesamteuropäische Lösungen unter anderem im Bereich Tierschutz zu finden. Währenddessen laufen die Gespräche zu einem zweiten Tierschutz-Referenzzentrum auf Hochtouren – jedoch abseits der großen Öffentlichkeit. Das von EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis angekündigte Zentrum soll den Mitgliedstaaten „Best practice“-Beispiele zur Pelztierhaltung liefern, obwohl diese von der Mehrheit der EU-Bürgerinnen und Bürger abgelehnt wird.

„Tierschutz und Pelztierhaltung schließen sich gegenseitig aus. Es wäre ein völlig falsches Signal, wenn Deutschland sich für die Aufnahme von Pelztieren in den Aufgabenbereich des Tierschutz-Referenzzentrums ausspricht, während viele EU-Mitgliedstaaten auf gesetzliche Verbote oder Einschränkungen von Pelzfarmen hinarbeiten“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dies würde die Bemühungen in diesen Ländern konterkarieren und der Pelzindustrie mit Hilfe von Steuergeldern Aufwind geben. Das wäre unverantwortlich – zumal es der Großteil der EU-Bevölkerung inakzeptabel findet, Tiere für die Herstellung eines überflüssigen Luxusproduktes in kleine Drahtkäfige zu sperren.“

Pelztierhaltung ist ein Auslaufmodell

Der Deutsche Tierschutzbund hat gemeinsam mit Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz – Bundesministerin Julia Klöckner in zwei Briefen dazu aufgefordert, sich klar gegen die Aufnahme von Pelztieren in das EU-Tierschutz-Referenzzentrum auszusprechen. In ihrem Antwortschreiben machte diese jedoch klar, dass sie dem Anliegen der Tierschützer nicht nachkommen wird. Sie argumentiert, dass die Haltung von Pelztieren in anderen EU-Ländern noch eine große Bedeutung habe, weshalb sie es für hilfreich hält, sich wissenschaftlich mit dem Tierschutz in der Pelztierhaltung auseinander zu setzen. „Frau Klöckner erkennt offenbar nicht, dass die Pelztierhaltung in der EU ein Auslaufmodell ist. Diese Entwicklung sollten wir voranzutreiben, anstatt weiter in eine Industrie zu investieren, die nicht mehr zeitgemäß und in keiner Weise mit dem Tierschutzgedanken der EU-Bürgerinnen und Bürger vereinbar ist“, so Schröder. „Frau Klöckner hat mal wieder die Gelegenheit verstreichen lassen, den vermeintlichen Anspruch Deutschlands als Vorreiter im Tierschutz geltend zu machen.“

Nur in sieben EU-Ländern gibt es noch eine zahlenmäßig bedeutsame Pelzproduktion von über einer Million Felle pro Jahr: Dänemark, Finnland, Griechenland, Litauen, Niederlande, Polen und Schweden. Doch auch diese Länder haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen und sie sich von Pelztieren verabschieden müssen.

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