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Nachhaltiger Katzenschutz

... nur durch Kastration

Pressemeldung

17.11.2017

Langzeitprojekt in Schleswig-Holstein macht Erfolg deutlich

Frei lebende Straßenkatzen leiden häufig an Unterernährung, Parasiten und Infektionskrankheiten und führen einen harten Kampf ums Überleben. Da die rund zwei Millionen dieser Tiere in Deutschland ursprünglich von unkastrierten Katzen mit Freigang aus Privathaushalten abstammen, ist die Kastration die einzige nachhaltige Lösung, den Teufelskreis der unkontrollierten Fortpflanzung zu durchbrechen. Darauf macht der Deutsche Tierschutzbund aufmerksam. Wie breit organisierte und finanzierte Kastrationsaktionen das Leid der Tiere mindern können, macht nun erneut Schleswig-Holstein deutlich, das als Bundesland eine Vorreiterrolle einnimmt.

„Wir appellieren an alle Katzenbesitzer ihre Tiere, egal ob weibliche Katze oder Kater, kastrieren lassen, um einen weiteren Anstieg der Straßenkatzen-Population zu verhindern“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Gleichzeitig nimmt er aber auch die Politik in die Pflicht: „Neben einem Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für Freigängerkatzen, sind Bund, Land und Kommune in der Pflicht, die Tierschutzvereine auch finanziell bei Kastrationsaktionen zu unterstützen.“

In Schleswig-Holstein haben Tierschützer in Zusammenarbeit mit Land und Kommunen bereits im Jahr 2014 Kastrationsaktionen gestartet. Seitdem konnten über 10.000 Katzen kastriert werden. Im Rahmen der jüngsten Aktion, die vergangene Woche zu Ende ging, waren es mehr als eintausend. Die Zahlen sind rückläufig – wohl auch deshalb, weil die Population der frei lebenden Katzen zurückgeht. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und den Erfolg, der tatsächlich in den Tierheimen sichtbar wird – diese meldeten bis zu 30 Prozent weniger Fundkatzen“, sagt Holger Sauerzweig-Strey, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein des Deutschen Tierschutzbundes. Für die jüngste Aktion steuerten der Deutsche Tierschutzbund und Tierschutzorganisationen im Land insgesamt 55.000 Euro bei. Das Umweltministerium stellte 180.000 Euro zur Verfügung. Tierärzte verzichteten pro Kastration auf ein Honorar von 25 Euro. In diesem Herbst übrig gebliebene Mittel - mehr als 20.000 Euro - sollen im Frühjahr in die nächsten Kastrationen fließen. Auch der Landkreistag Schleswig-Holstein hat zugesagt, dass es im Frühjahr und Herbst 2018 weitere Aktionen geben wird.

„Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“

Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund immer wieder auf die Situation und das Leid der Straßenkatzen aufmerksam. Eine Petition mit 100.000 Unterschriften für eine bundesweite Katzenschutzverordnung konnte der Verband im Sommer bereits an die Schirmherrinnen des Parlamentskreises Tierschutz überreichen. Mehr Informationen unter www.tierschutzbund.de/katzenschutz.

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