Auslandstierschutz im Wandel…

Seit vielen Jahren retten deutsche Tierschützer Hunde aus Ländern, die, sagen wir mal, eine andere Einstellung zur Hundehaltung haben , als der deutsche Bürger im Allgemeinen.

Die Tiere fristen als Straßenhunde ihr Leben, vermehren sich vehement, leiden und vegetieren bis zu ihrem oft unrühmlichen Ende.

Wenn sie Glück haben, bringen helfende Hände sie nach Deutschland, um hier ein zu Hause zu finden.

Das könnte aber eines Tages ein Ende finden. Noch gibt es den Bedarf, aber was, wenn der Markt gesättigt ist?

Dann steht man wieder am Anfang, nur ohne die Möglichkeit die Hunde in unser Land zu holen.

Deshalb müssen wir zügig die Tierschützer aus den süd- und osteuropäischen Ländern unterstützen im eigenen Land eine andere Haltung zu Tieren zu entwickeln.

Wir, der Tierschutzverein Düsseldorf, haben deshalb ein spanisches Partnertierheim. Ciudad Animal übergibt uns seit Jahren vertrauensvoll zwei Mal im Jahr ca. 10 Hunde, die wir hier vermitteln.

Darüber hinaus werden wir künftig den Verein mit Lehrmaterial unterstützen, das die Helfer vor Ort in den Schulen in die Lage versetzt, vernünftigen Tierschutzunterricht zu leisten. Die Kinder sind auch dort diejenigen, die in der Zukunft Verantwortung übernehmen müssen. Sie lernen Respekt und Mitgefühl, und wir hoffen, sie verändern das Leben der Hunde zum Positiven.

Für Kastrationsaktionen und ärztliche Behandlung werden hier Geld sammeln, und an dieser Stelle auch die Ciudad Animal stützen.

Auch dies ist ein wertvoller Beitrag zum Zusammenhalt in Europa.

Ciuadad Animal-Wer steht eigentlich dahinter?

Seit mehr als 15 Jahren kümmern sich Loli Cantero und Ihr Mann um die herrenlosen Hunde ihrer Stadt.

Am Anfang haben sie bei sich zu Hause,  in ihrem Ort, die geretteten Hunden beherbergt.

2005 stellte die Stadt Pedro Muñoz der Provinz Ciudad Real, im Mitten Spaniens in der autonomen Gemeinschaft Kastilien- La Mancha, ein Gelände zur Verfügung.

Seit dem wurde Schritt für Schritt ein richtiges Tierheim aus dem Nichts gebaut, dank Spenden und unendlich viel ehrenamtlicher Arbeit.

Mit Beginn der Finanzkrise in Spanien 2008 kürzte die Stadt ihre eh schon geringe Finanzierung bis auf Null. Seit dem lebt das Tierheim hauptsächlich von Spenden aus Spanien und dem Ausland. Loli und ihr Mann kämpfen sinnbildlich ums Überleben, können und wollen sie doch ihre über 200 Schützlinge nicht dem grausamen Schicksal überlassen, was ihnen ansonsten drohen würde.

Mehr Infos: http://www.ciudadanimal.org/

Loli Cantero & ihr Mann  [nbsp]     Inmitten ihrer Schützlinge

Unser Besuch im Tierheim

Das Tierheim Ciudad Animal

Von Adrien Angibault

Für drei Tage waren meine Kollegin Gloria Herzig und ich zu Besuch in Spanien, in Pedro Muñoz. Dort  haben wir Loli Cantero, ihre Mitarbeiterinnen und Ihre 200 Hunde begleiten dürfen.

Das Tierheim am Stadtrand von Pedro Muñoz, einer kleinen Stadt in der Provinz Ciudad Real, in Kastilien-La Mancha, circa 160 km südlich von Madrid.

Das Tierheim am Stadtrand von Pedro Muñoz, einer kleinen Stadt in der Provinz Ciudad Real, in Kastilien-La Mancha, circa 160 km südlich von Madrid.

 

200 Hunde und 3 Tierpflegerin ist ein enormes und in Deutschland unvorstellbares Verhältnis. Dies ist aber leider die tägliche Realität im Tierheim Ciudad Animal. Die Gesamtfläche des Tierheims ist relativ klein. Sie besteht aus einem großen zentralen Patio, der von Zwingern umgeben ist.

Sicht in den Innenhof des Tierheims

 

Das Geld zum Ausbau des Tierheims fehlt. Die Stadt hat ständig die Zuschüsse gekürzt. Seit 2008 bekommt es jetzt schon keine staatliche Unterstützung mehr. Es lebt von Spenden und der Hilfe durch andere Organisationen. Eine dieser Organisationen ist der Verein Galgo Friends e.V.. Er unterstützt das Tierheim ungefähr zweimal jährlich, indem es ein paar handwerklich begabte Mitglieder dorthin reisen lässt, um die Struktur und Gestaltung des Tierheims zu verbessern und zu renovieren.

Das Tierheim Düsseldorf unterstützt Ciudad Animal in einer anderen Art und Weise. Es übernimmt zwei Mal jährlich, soweit es unsere Kapazitäten ermöglichen, circa zehn Mischlinge aus Spanien.

Am häufigsten retten Loli Cantero und ihr Team Galgos und Podenkos. Diese Hunderassen sind typische Vertreter der spanischen Jagdtradition. „Während die Bürger einer Stadt nicht mehr als vier oder fünf Hunde gleichzeitig  und gesetzlich besitzen dürfen, dürfen die Jäger unbegrenzt Podenkos und Galgos in ihrem Besitz haben“, sagt Loli Cantero.

Die sogenannten Galgueros züchten und lesen die  Welpen in ihren ersten Lebensmonaten je nach Fähigkeit aus. Die Tiere, die nicht die erwünschte Leistung erbringen können, werden einfach ausgesetzt oder getötet.

Sobald die Jagdsaison beendet ist oder ein Hund nicht mehr für Jagd genutzt werden kann, droht ihm das selbe Schicksal, wie den leistungsschwachen Welpen. Hunde werden einfach als Ware betrachtet. Sie sind Maschinen zur Befriedigung eines kleinen Teils der Bevölkerung.

Was würden wohl die berühmten Maler Diego Velazquez und Paul de Vos, welche die Eleganz dieser Hunde zum Ausdruck gebracht haben, zu dieser Einstellung der Menschen sagen?

Un galgo al acecho von Paul de Vos in 1637, Copyright Museo del Prado, Madrid, Herunterladung für private Nutzung erlaubt.

Leider stammten dieses Bild aus dem 17. Jahrhundert. Heutzutage bekommt das Tierheim Hunde von Jägern, die nicht wissen, wohin mit den Tieren oder darf man sagen „defekten Produkten“? Wenn die Hunde direkt im Tierheim landen, haben sie noch Glück gehabt. Der Tod oder das Ausetzen der Tiere stellt oft die einfachere Variante dar und ist durch die schrecklichsten Arten möglich. Die Gefühle der Hunde und ihr Leid werden eiskalt ignoriert.

Neben der Versorgung und Pflege der Hunde, besucht Loli Cantero auch Schulen, um die Kinder über den Tierschutz aufzuklären. Das Projekt liegt ihr am Herzen, da sie dadurch die einzige Möglichkeit sieht, die Mentalität des Volkes zu ändern.

Loli Cantero zum Besuch in einer Schule, begleitet von einem Galgo

 

Die richtige Erziehung und Aufklärung der Kinder wäre die einzige Möglichkeit, dass sich die Tierrechte mit der Zeit verbessern, meint Loli. Die derzeitige Lage ermöglicht leider nur kurzfristig und in einem ständigen Notzustand, das Leid der Tieren zu vermindern. Die Schulbesuche sind die Grundsteine einer nachhaltigen Veränderung. Auch das Tierheim Düsseldorf versucht das Denken der Menschen in Bezug auf den Tierschutz durch sein Projekt „Tina macht Schule“ zu zum Positiven hin zu verändern. Die nächste Generation soll die Liebe zu den Tieren schon im jungen Alter verstehen und bestenfalls übernehmen.

Bei der Arbeit! Im Tierheim Ciudad Animal arbeiten die Leiterin Loli Cantero und zwei Mitarbeiter. Helfer und Ehrenamtler sind eher selten. Wir konnten uns einen Eindruck über die riesige Menge an Arbeit verschaffen, als wir mitgeholfen haben.

Windmühlen und Flamingos. Die offene Landschaft verfügt auch über isolierte Hügel und Lagunen, die eine breite Tiervielfalt bieten.